Zum ersten Mal ein Schuljahr als Lesepate begleitet

Ich habe im letzten Schuljahr die Aufgabe eines Lesepaten übernommen. Das Projekt wird von der Stadtbibliothek Straubing betreut. Zum ersten Mal hat die Schule in Rattenberg daran teilgenommen. Neben mir hatten sich noch zwei andere Lesepatinnen gemeldet. Einmal in der Woche haben wir jeweils eine Schulstunde lang Leseübungen mit unseren Lesepatenkindern gemacht.

Lesestunden

Aus Datenschutzgründen werde ich nichts über die Identität meines Lesepatenkindes sagen, nur dass es aus der zweiten Klasse kommt. Ich bin etwas unsicher in das Projekt gegangen, weil man ein fremdes Kind erst einmal kennenlernen muss und auch ein gewisses Vertrauen aufbauen sollte. Das gelang jedoch relativ schnell. Ein bisschen schwieriger fand ich es, die Kernprobleme beim Lesen zu identifizieren und die richtigen Leseübungen zu finden. Und als die Gestaltung der Stunde von reinen Übungen dann zu längeren Texten – Büchern – überging, war es die nächste Herausforderung, die Vorlieben des Kindes zu identifizieren. Bei welchem Buch macht es Klick? Welches Buch fesselt das Kind so sehr, dass es von allein weiterlesen will und sich richtiggehend auf die nächste Lesestunde freut.

Dafür brauchte ich mehr als einen Versuch, aber als dieses Buch gefunden war, kam auch der große Sprung in der Lesekompetenz. Es hat sich bis ins zweite Halbjahr gezogen, aber die Verbesserung war dann plötzlich und deutlich. Ich glaube jetzt nicht, dass ich der geborene Pädagoge bin, denn ich denke, die eigentlichen Erfolgsfaktoren waren Geduld und die Tatsache, dass sich jemand kontinuierlich und individuell mit dem Kind beschäftigt hat.​

 

Lesepatenfest

Ein emotionaler Höhepunkt des Schuljahres war schließlich das Lesepatenfest im Theater am Hagen in Straubing. Die Stadtbibliothek richtet dieses Event jedes Jahr für die Lesepatenkinder aus. Auf der Bühne erzählten der Buchlöwe und die Büchermaus, wie sie Freunde geworden sind. Zwischendrin haben sie immer wieder Gruppen von Lesepatenkindern zum Mitmachen auf die Bühne geholt. Es wurden Textschnipsel gelesen, es wurde gesungen und getanzt. Die etwa 100 Lesepatenkinder bekamen vermittelt, dass sie nicht allein sind und erhielten von der anwesenden Politprominenz (Landrat und Oberbürgermeister) Lesemedaillen. Die Lesepatenkinder hatten dabei sichtlich Spaß. Und diesen Spaß mit den drei Lesepatenkindern sowie den beiden anderen Lesepatinnen aus Rattenberg zu teilen, das war schon sehr schön.

Familie in der Steinzeit

Fazit

Es war eine einzigartige Erfahrung. Ich werde mich nächstes Jahr wieder zur Verfügung stellen.