Lesung im Literaturzelt des Festival Mediaval 2026

Den 13. September werde ich so schnell nicht vergessen, weil für mich ein lang gehegter Traum in Erfüllung ging. Ich durfte im Literaturzelt des Festival Mediaval eine Lesung halten. Seit 2008 gibt es dieses stimmungsvolle Festival und ich bin von Anfang an ein treuer Besucher gewesen. Seit ich vor sechs Jahren mit dem Schreiben angefangen habe, träumte ich davon, einmal Teil des Literaturpogramms zu sein. Das Festival Mediaval ist das größte Musikfestival Europas mit einem Schwerpunkt auf Mittelalter-Musik. Jedes Jahr am zweiten September-Wochenende strömen mehrere Tausend Besucher in die oberfränkische Porzellanstadt Selb. Das diesjährige Event stand unter dem Motto „Legends“, weil diverse Szene-Größen Jubiläumskonzerte gegeben haben. Ich durfte aus meinem Buch „Megalithen und ihre Sagen“ lesen.

Familie in der Steinzeit

Spannungsaufbau

Das Festival dauert drei Tage und ich war erst am letzten Tag dran. Bis zu meinem Auftritt hatte ich genügend Zeit, mich einzugrooven oder meine Nervosität langsam wachsen zu lassen, je nach Perspektive. Am Freitagnachmittag hatte ich mir vorgenommen, der Autorenkollegin Andrea Storm zu lauschen, die einen Roman vorstellte, der von der Schamanin von Bad Dürrenberg inspiriert war. Ein bisschen Steinzeit geht immer und was mich besonders freute, war, dass die Moderatorin Amandara Schulzke es sich nicht nehmen ließ, auch schon auf meine Megalithen-Lesung am Sonntag hinzuweisen.

Selbstverständlich gab es auch andere Beschäftigungen. Am Samstag gab es einen fulminanten Mittelalter Rock Award mit drei sehr vielversprechenden Bands. Am Nachmittag spielte Estampie. Eine nette Randerscheing war die Hinkelstein-Deko an der neu geschaffenen Sternenhain-Bühne. Und mein Trinkhorn war gefühlt immer leer.

Familie in der Steinzeit
Familie in der Steinzeit

Der Moment der Wahrheit

Am Sonntagmorgen war ich wirklich nervös. Vor mir las Ally Storch von Subway to Sally, Das Literaturzelt war voll, es regnete, und in mir keimte die Hoffnung, dass es bei mir nicht total leer sein würde. Als Ally ihre Lesung beendet hatte, warf ich noch einen letzten Blick auf mein Buchzitat, welches die Orga am Signierzelt befestigt hatte. Das Zitat stammt aus der Kurzgeschichte „Der Steintanz“, die ich in mein Megalithen-Buch integriert hatte. Dann durfte ich mich am Lesetisch einrichten und kurze Zeit später ging es los. Als Amandara mich ankündigte, traute ich meinen Augen kaum. Es waren locker über hundert Leute gekommen. Zum Glück machte mich das nicht sprachlos, was bei einer Lesung wirklich suboptimal gewesen wäre.

Familie in der Steinzeit

Ich gab kurze Passagen aus dem Buch zum Besten, die sich um unterschiedliche Sagen aus der deutschen und irischen Sagenwelt drehten. Darunter waren Sagen zu den Düwelsteenen, dem Karlstein, der Visbeker Braut, dem irischen Bett der Liebenden und der Kriegerkönigin Queen Maeve. Ein Ausflug zu den Steinreihen von Carnac durfte ebenso nicht fehlen wie der Beginn der Steintanz-Geschichte und eine kurze Einführung in meine selbstkonstruierte Verschwörungstheorie rund um die Nummernvergabe deutscher Megalithgräber. Der Schlussapplaus der Zuhörerinnen und Zuhörer ging mir runter wie Öl. Ich hatte den Eindruck, dass es den Leuten gefallen hat und ganz ehrlich: So gut verkauft und signiert wie in den 45 Minuten nach der Lesung habe ich bisher noch nie bei Messen oder Lesungen.

Es war ein unvergessliches Erlebnis.

Sa Coveccada
Sa Coveccada